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Der Kern der Dinge (54/1)
Es hat nun mal nicht sollen sein,
dass gängig ich was aus mir mache:
Zumal ich bin am liebsten ganz allein.
Kurz: Einsamkeit ist für mich Grundtatsache.
Für mich war somit vorgegeben:
Von dem, was ist, zu sehn den Grund.
Das ist ein Zwang, ich muss so leben.
Ich kann's nicht ohne Einsichts-Fund.
Zum Glück fehlt mir auch nicht die Psychen-Kraft,
die Dinge ohne Angst zu sichten:
Dass sie uns treiben, nehmen uns in Haft,
sind kalt; und kalt nur zu gewichten:
Dass sie nichts sind, was Sinn ausweise,
verrate eines Geistes Lenkungswollen:
Sie ziehen unberührbar ihre Kreise,
ganz leer von Zwecken, Halt und Sollen.
Der Tod (54/2)
Was hab ich Glück!
Da steht er doch
im Rahmen meiner Tür.
Steht still, ganz still,
blickt wohl zurück
auf meines Daseins
Lauf und Joch;
auf seine Stunden
voller Geistesfülle,
auch wunderbarer
Drangsal-Illusionen.
Und fordert dann:
„Komm mit ein Stück!
Ein bisschen weiter weg
von all den Daseinskronen,
zumal versteckten Lunten.
Die du bald los sein wirst
in deines Grabes Stille.“
Aussichtslos (54/3)/Sonett
Ein Leben lang hab ich am Rand gestanden.
Da ist viel Platz. Und es ist nicht so laut.
Auch deshalb günstig, weil man überschaut,
wie man mag fehlen oder Treffer landen.
Verhindernd so, dass man sich kommt abhanden.
Auch weil man kaum mal Gängigem vertraut.
Wie in der Mitte, wo sich Durchschnitt staut.
Nach dem sich richten auch Repräsentanten.
Das alles tut man, um nicht mit zu heulen.
Obwohl das einsam macht und tief verschlossen.
Indes was tun man nicht, zu meiden Gossen,
sich zu bewahren auch vor Psychen-Fäulen?
Die gierig machen und zugleich verdrossen,
verfügen hilflos Markt- und Zeitgeist-Keulen.
Außengesteuerte Selbstregelung (54/4)
Ich? Tagelöhner der Verlautbarungen.
Mir selbst und Wir und Du verstellt.
Selbst mein Intimstes ist gedungen
von einem Wohlstands-Psychen-Feld.
Bewusstsein? Spracharm. Spaß erschlafft:
Entfesselnde Gefühle.
Belämmert ist man in sich selbst vergafft.
Umjohlt das Infantile.
Dem bleibt man gleich: Identisch seicht.
Auf allen Pfaden der Neuronen.
Bemüht sich zwangsfroh, dass man die erreicht:
Genusssucht, Konto, genitale Zonen.
Feststellung IV (54/5)
Ich könnte keine Prosatexte schreiben.
Seh ich doch keinerlei Zusammenhang.
Nur noch Fragment-Flöz durcheinander treiben.
Mich selbst auch ohne jeglichen Belang.
Zusammenhang? Das meint so was wie Mitte,
in der die Daseinslote eingelassen,
erlaubten metaphysisch sichre Schritte,
indem das Ganze sie als Einheit fassen:
Als Geistzusammenhang statt Intellekt-Gewerke,
die Innenwelten ohne Halte formen,
die faktisch so was sind wie Seelensärge:
Verspaßungsdumpfheit ohne Normen.
Die radikal verflachend hintertreiben,
dass sich noch Selbstbestands- und Sinnstrukturen
in Ratio und Kalkül einschreiben,
die unsre Zukunft längst verhuren.
Keiner kann was dafür (54/6)
Es ist deprimierend,
wenn man sich dabei ertappt,
dass man seine Erinnerungen schönt,
manche geradezu erfindet,
nur um überhaupt noch welche oder
wenigstens erträgliche zu haben.
Indes sind wir nun einmal,
Systemabklatsch,
hilf- und orientierungslos geworden,
gleichgültig vor allem.
Darauf angewiesen,
uns unsere Existenz zuweilen geradezu zusammenzulügen.
Aus Ehrgeiz,
Selbstwertsucht,
Narzissmus,
Ich-Gier.
Aber niemand kann was dafür,
kaum noch jemand auch ist fähig und willig,
für sich einzustehen und sich dann zu übernehmen,
seiner Lebenswirklichkeit entsprechend
sich scharf fassend und luzide deutend.
Grad weil uns in der Regel Reize steuern
und nicht Werte, Überzeugungen
oder Selbstansprüche.
Reize,
ausgehend von Waren,
sich verführerisch darbietenden Körpern (Ich-Dingen),
Effekten,
Emotionen (Sensationen, Tugendempörungen, Leerformeln, Stargehabe usw.)
Darauf angewiesen,
unsere Existenz zu inszenieren …
Sind wir doch nicht einmal mehr am Sosein
unserer selbst interessiert,
sondern daran, uns,
um die Aufmerksamkeit anderer zu erhaschen,
vorteilhaft darzustellen:
Lebenslaufgaukler,
Aufmerksamkeitsjäger,
oft ängstlich gewissenlos und seelisch verkümmert.
Um dann nach dem Schauspiel wieder in Lethargie,
Indolenz und Fatalismus zu verfallen,
selten aber in Selbstzweifel.
Dem Nihilismus dieser Konsumdiktaturen hilflos ausgeliefert,
ohne dass wir dies,
unser radikales Alleinsein,
unsere Markt-Verfügtheit,
als Unfreiheit und Selbstentfremdung
wissen wollen könnten.
Pessimismus (54/7)
Die Großmoral ist mir suspekt.
Wer sie vertritt,
hat nicht begriffen,
dass man nach Lust und Nutzen leckt.
Das ist genetisch eingeschliffen.
Man ist nicht gut.
Doch auch nicht böse.
Man wird sich nur in Augenblicken.
Rein faktisch Stoff-Gekröse*.
Subjekt von auferlegten Stücken.
Was denn auch sonst?
Der Wille ist nicht frei.
Man kann sich selber nur belohnen.
Man muss es.
Wer man immer sei.
Verstrickt in Emotionen,
Bedeutungs- und in Ich-Diktate.
Und ausgeliefert Fremden.
Kurzum: gesteuerte Monade.
Als Spielball von Enthemmten ...
Man stolpert in Entseelungs-Barbarei.
*Gekröse: Das Wort meint immer einen Fleischhaufen
Variante zur Zeile 9: „sensibel nur für Geld und Selbstwertgröße.“
Hörigkeit (54/8)
Nichts gibt es mehr,
was von Belang noch wäre.
Noch nicht einmal
die eigene Person.
Ihr fehlen Ernst
und kulturelle Schwere.
Genau genommen
ist sie Hohn.
Indes es ging
mir immer gut.
Was Geld angeht,
Beruf, Vergnügen.
Ritt manche Welle
von Geschwätzesflut,
mich um mich selbst
herum zu lügen.
Doch weiß ich jetzt,
das muss so sein.
Das ist die Art,
sich zu bestehen:
Als Marktabklatsch.
Erleben sich: Allein ...
Sich fraglos
um sich selbst nur drehen.
ZINSJA (134) (54/9)
Warum ich Gedichte schreibe?
Völlig illusionslose in einer gottlosen,
erregungsnihilistisch allgeprägten Welt?
Unter anderem aus dem Grund,
mir selbst, meinen Zeitgenossen,
vor allem dieser substanzbanalen Realität
pseudokommunikativen Stumpfsinns,
und sei es nur für ein paar Stunden,
transzendenzhungrig,
geistgetrieben,
selbstschaffungssüchtig und kindsfrühenmystisch
zu entrinnen:
Heimzukehren in ein Innenweltgefüge
völlig illusorischer Versöhnungsideale.
ZINSJA (135) (54/10)
Radikaler Gegner dieser kapitalistischen Sause,
bin ich mir doch im Klaren darüber,
dass ich gut daran tue,
sie öffentlich zu loben und hochzuhalten.
Garantiert sie doch,
als Wohllebensgenerator,
den Bestand des politischen Systems
und leidliche gesellschaftliche Stabilität.
Gehorcht sie doch auch
sämtlichen kreatürlichen Imperativen,
die uns Menschen zuweilen
despotisch kommandieren:
Mammonmacht, somatische Ekstasen,
Entlastungsumnachtungen.
Ganz zu schweigen davon,
dass auch ich,
mehr als mir lieb ist,
Produkt bin
ihrer packend lethargisierenden
Nichtigkeits-Euphorien.
Psychen-Schwund (54/11)
Reicht grade mal für ein paar Zeilen,
was ich an innerem Bestand noch habe.
Vermag zumal mich nicht mehr mitzuteilen:
Mir fehlt doch längst die menschlich schlichte Gabe,
vertrauenssicher zu verweilen
bei etwa einem fremden Du.
Um es vielleicht mir langsam zu gewinnen.
Stattdessen frage ich sofort: Wozu
etwas beginnen, was ich besser ließe?
Schon weil wir geistig nicht mehr uns gehören.
Kalkül verfallen sind und Vorteilsanalyse.
Gewissenarm uns zu zerstören.
Sind wir doch Zeitbestandssubjekte,
kalt, ichschwach und narzisstisch fad.
Kultur entwurzelte Erlösungssekte
sich selber feiler Psychen-Saat.
Auf Selbstwertfetzchen gierig:
Drogen, Trug und Intellekt-Unflat.
Nüchternheit (54/12)
Kulturhoch? Bildungspathos? Nicht mit mir.
Zumal ich weiß, weiß es genau:
Dass wir um Leeren uns, den eignen, drehen.
Nichts als Gepferchte in Verbrauchs-Helau.
Das einzig allprobate Elixier.
Kurzum ich muss den eignen Vorteil sehen:
Was sich hier austobt, kommt auch mir zugute.
So etwa garantiert es mein Gehalt.
Wie überhaupt all dieses ungehemmte Krude -
Der Geist ist unrentabel: Er durchschaut zu bald.
Ich habe stets es so gehalten:
Die Fakten müssen über Ideale gehen.
Man kann nicht leben nur von Geistgestalten.
Man muss auch rechnen mit der Gier:
Dass sie Verstand, Vernunft und Einsicht flute.
Rätsel (54/13)
Es ist mir ein Rätsel,
wie man jemals glauben konnte,
eine proletarische Revolution
machte die Welt besser,
gerechter, leidärmer, friedlicher.
Vermenschlichte den Menschen,
indem sie sein vermutetes Wesen:
Das eines sich in den Dienst
des Kollektivs stellenden,
sozial wachen,
ausschließlich an der Idee
des Sozialismus orientierten,
intellektuell und seelisch-geistig
hochentwickelten
und sittlich virtuosen Ideen-Dieners
zur Entfaltung brächte.
Es ist mir ein Rätsel,
wie man das irrationale,
inkompetent-wertstöhnende Gehabe
einer sich pseudokommunikativ
und medial versteckenden
Parteien-Oligarchie
geistig eher impotenter,
intellektuell mittelmäßiger
und gelegenheitskorrupter
Macht-Strategen
und einer hedonistisch-utilitaristisch
lückenlos befangenen,
wohlstands- und erlebnishörigen Masse
von staatsindifferenten Sozialmonaden
eine Demokratie nennen kann.
Zumal chronisch eingetaucht
in eine angenehm
entmündigende Despotie
mystisch-magisch packender
Emotionsblasenentfesselung.
Es ist mir ein Rätsel,
wie man sich überhaupt
einen freien Willen,
Vernunft, Persönlichkeit und Würde
anmaßen kann angesichts einer permanent
und unwiderruflich knebelnden
Artefakten-Gefangenschaft,
die allenfalls
die ungerichtete Progression
eines sich zivilisierenden Tieres,
aber niemals die Autonomie
eines ethisch souveränen,
einsichts- und schuldfähigen
kantischen Übermenschen
vorantreiben kann.
Es ist mir überhaupt ein Rätsel,
wie ich das alles aushalte:
Das Lügen, Beschönigen, Verdrängen
und Ignorieren einer Tatsächlichkeit,
die untrüglich auf Niedertracht,
Ichsucht, Amoral, Spaßtrance
und Gewissenlosigkeit verweist:
Vollzugsverborgen anonym.
Schicksalslose Fluchtgenossen (54/14)
Willig
aus der Zeit
gefallen,
träume ich
von Götterböen;
nicht zu kaufen,
nicht zu lallen,
schaffend freilich
andre Wehen:
Unerträgliche
den meisten …
Strack vor Klarheit,
Faktenflügen.
Wer indes
kann sich
das leisten,
was ihn doch
in Trauer trüge,
schöbe
in die große Leere,
würfe
vor sich selber hin:
fremdbestimmtem
Ich-Gefüge,
schleichender Misere …
Einem Rennen
ohne Sinn.
Ihrer selbst benommene Systemgesteuerte (54/15)
Wenn eins gewiss ist, dann ist’s dies:
Wir können unser Leben nicht mehr selber führen,
betäuben uns in einem Waren-Paradies
mit dauerinszenierten Spaß-Allüren.
So sucht uns ständig das Bedürfnis heim,
uns von uns selber abzulenken;
und dies, um zu ersticken schon im Keim,
dass Nichtigkeiten uns und leere Worte tränken.
Wir reagieren nur noch auf Gegebenheiten,
die subjektiv nicht mehr zu meistern sind,
indes uns stündlich drängend doch begleiten:
Weisen aus als bloße Mittel: Als entlastungsdaseinsblind.
Zwie-Schicksale (54/16)
Kein Thema mehr:
Geist gegen Macht.
Der erste schwach.
Die zweite seicht-korrupt.
Als ziemlich weltfremd
haben beide sich entpuppt.
Behelfsgestochere
in Ich-Andacht.
Er: sehr, sehr selten.
Faktisch ohne Relevanz.
Ein Taumler
gegen dekadente Welten.
Nicht spleentriste,
sondern Gossentanz.
Indes was wird
die Zukunft bringen?
Dann wird er sein
KI-verloren.
Und jene nur noch
so gelingen:
als Daten-Kosmos
anonymer Psychen-Sporen.
Sittlicher Selbstzweck und Polit-Sophistentum (54/17)
Dieses unschuldig verantwortungslose,
pseudodemokratische, rhetorisch impotente,
sich selbst kratisch verschlingende
Polit-Sophistentum,
das permanent das Schibboleth*
der Würde des Menschen im Munde führt,
um auch dadurch das Politische durch das Ethische
und Emotionale als scheinbar
gegenmachiavellistische Vernebelungsdialektik
zu ersetzen,
begreift überhaupt nicht,
dass es seine schwebende Stellung
gerade dem verdankt,
der gar keine Würde zulassen kann:
Dem Kapitalismus.
Denn der darf nichts wissen
von einem sittlichen Selbstzweck,
der gerade nicht Mittel wäre.
Wirkte der doch antiutilitaristisch,
antikonsumtiv, antieudämonistisch.
Für ihn, den Kapitalismus,
also selbstzerstörerisch.
*Schibboleth: hebr.: Ähre; Merkmal, Losungswort
Sich selbst entfremdete Entfesselung (54/18)/Sonett
Die Erosion der Normen und der Halte,
des Sinnes für die Faktenaußenwelten,
der Grundaffekte Mitleid, Scham und Güte,
die kann ich lesen in den dumpfen Blicken
- narzisstisch leere und bezugslos kalte -,
die Eskapismus, Kick, Vergnügen gelten:
Die Blicke einer smarten Austausch-Niete,
verschworen Selbstverweigerungs-Beglücken.
Da drehen sich im Kreise Kultmonaden,
sterile abklatschfromme geistarm Gleiche,
die sich entlasten in den Reizkaskaden
der sie enthemmenden Gewissensbleiche.
Die nicht begreifen, dass sie sich auf Raten
belämmert schaffen Unterwerfungsreiche.
Gegen Charakterlose, Inkompetente, Narzissten
und Selbstsuchtbüttel (54/19)/Sonett
Verdummen freilich lasse ich mich nicht
- politstrategisch tugend-monoman:
durch Eitelkeits-Kotau vorm eignen Wahn …
Rhetorisch platt und ohne Faktensicht.
Ein biederes Getue vorm Gewicht
der Wählerschaft … Die, selber ohne Plan,
zieht ihre wirtschaftlich bedingte Bahn:
Die Mehrheit ausweglos erlebnisschlicht.
Indes ich werde immer radikaler,
mich in Verachtung, Hohn, gar Hass ergehend:
Doch Stimmvieh, Umsatzgröße, Netto-Zahler.
Als der für Staatsschauspielertum einstehend:
Charakterarme, fade Traumwelt-Maler,
ergriffen ihrem leeren Selbst verwehend.
Vertraute Schwankungen (54/20)
Gerade gestern galt noch das.
Heute nun gilt dies.
Morgen dann vielleicht schon Drittes.
Manches aber bleibt bestehen.
Etwa diese Gier nach Fraß.
Auch die Jagd nach Lust und Kies.
Und das Zaudern meines Schrittes,
mich zuweilen umzusehen.
Hoch zu blicken in die Bläuen,
auf die Wolken, nachts den Mond.
Meine Seele zu vertäuen,
wo sie Halt und Stille schont.
Hört nichts von der alten neuen
Lüge, dass sich Dasein lohnt.
Selbstzerfall II (54/21)
Es ist gewiss nicht nur Erschöpfung. Nein.
Es ist vor allem Selbstzerfall:
Das rückhaltlose, resignierte Sein
als Zeitgeistwiderhall.
Ich kann und will nicht mehr.
Das lässt sich nicht verdrängen.
Wozu auch weitermachen, ist doch leer
dies Dasein hochabstrakter Mengen.
Längst bin ich ja überflüssig hier,
entfremdet diesem Trog
korrupter Tugend, primitiver Gier
und fadster Einfalt machtgestütztem Sog.
Doch, doch! (54/22)
Ob sich’s lohnte,
hingesprochen,
ohne groß zu überlegen,
was ihm faktisch
innewohnte,
sei’s verführend,
sei’s gebrochen …
Nun mein Fühlen
stellt sich gegen
diese Farce
des Trivialen.
Komödiantisch,
flach, Groteske,
Hyle-Lauf
des sinnlos Schalen,
apokryphe* Pseudo-Freske,
Kult, Verrat und
Ausverkauf.
Andrerseits,
wenn ich gedenke
all der Stunden,
einsichtsleichten,
frei von Gier
und Kundenjoch.
Wissend,
dass Ananke lenke,
die der Gleichung,
die des Wir,
Souverän der
Psychen-Schrunden,
die sich ungeschönt
mir beichten.
Dann sag ich:
Ja doch!
Doch, doch!
*apokryph griech.: verborgen
Weltlose Seelenheimat: ER* (54/23)
Du bist nicht Geist
und nicht Person.
Bist überhaupt nicht
irgend Kernsubstanz.
Bist herrlich-tiefe
Trance-Fiktion:
ein Kindheits-Licht,
das mich aus
Diesseits reißt
und mich umgibt
mit einem Daseins-Glanz,
der Halt und Sinn
und Zweck mir flicht,
und macht in sich
mich menschlich ganz:
Was Seinserfahrung
in Vollendung heißt.
*Gott
Selbstversäumen in Trostfeuchten (54/24)
Schon wieder betteln wir uns an um Sex.
Erpicht auf jede Art von Selbstbestätigung.
Du: zu sich selbst verdammte Marktmonade.
Ich: ein versoffener Entweltlichungs-Sophist..
Weshalb wir uns auch auf die Kissen werfen,
Trostfeuchten dann uns auszulutschen;
genauer: Verzückungsgeilheit zu vollziehen.
Nur um für ein paar Augenblicke
uns selbst, entlastungslüstern, zu entrinnen.
Indes doch oft angewidert von beider Unfähigkeit,
sich nicht als verdinglichte Mittel,
verhilfloste Surrogatejäger
und ihrer selbst nicht mehr
verfügte Existenzmonaden
begreifen und verachten zu müssen.
Frühe Verfehlungen I (54/25)
Was ich erreichte, sind Fragmente,
Halbheiten, Unzulänglichkeiten überhaupt.
Versagensträchtig armselig
und völlig verschieden von dem,
was ich ursprünglich zu beabsichtigen meinte,
oder mir tatsächlich nur einbildete,
erreichen zu wollen.
Damals noch ohne diese Geisteskälte,
meine Abhängigkeit von Gegebenheiten,
fremden Artgenossen, Niedertracht und Pleonexie,
eigenen Unfähigkeiten und naiven,
auf kindlichen Wunschvorstellungen
beruhenden Selbsttäuschungen,
kühl, lebensklug und realistisch:
nihilistisch illusionslos zu erfassen.
Gegenwärtige Gesellschaftsgebrechen (54/26)
Selbstbestandslos.
Ichwertgierig.
Geistig korrupt und
tugendprimitiv feige.
So manche Repräsentanten
der Funktionseliten:
Manager, Vorstände,
Amtsträger, Kompetenzlose,
Spracharme. Geistlose …
Wertdilettantisch
Machtvergessene.
Desorientiert, indolent,
hedonistisch infantil,
wohlstandsbrachial indes
und dekadent erlebnisgesteuert
recht viele der Wähler,
des souveränen Volkes,
Individuen, Gruppen …
Das Partialgefüge der
gewissensverzwergten
Oberflächendifferenzierten.
Eine Gesellschaft,
die sich selbst ignoriert:
Ihre Verwahrlosung,
ihre Lebenslügen,
ihre Ausreden und
Selbstbelämmerungen.
Realitätsverweigerer.
Selbsthassoptimistisch
sich selbst verkennend.
Naiv messianisch ichsiech.
Bis wieder
die Seelengrund-Gnome
ihre faszinierende Barbarei
und Gewaltsehnsucht,
die selbstbestandslosen
Gemüter erleichternd,
vernichtungsmetaphysisch
entfalten.
Gram-Stafette (54/27)
Ich hab es nun mal so erlebt:
Als undeutbares Zufallswalten,
in dem man hilflos sich allein verschwebt,
ein Spielball anonymen Machtgewalten.
Ein Stoffgebilde als Bedürfnisknecht,
heteronom an Selbstbetrug gebunden
in einem sinnlos tobenden Gefecht,
von Sehnsuchtsgaukelei an Hoffnungsrausch gebunden.
Bewusstseinsträger, sich vorbei zu träumen
an Irren, Scheitern und an Lügen.
Realität und Einsichtsschweren zu versäumen.
Stattdessen Illusionen sich zu fügen.
So sehe ich nun mal die Dinge.
Nicht, dass ich’s ausgesucht mir hätte.
Dabei mir selbst oft Falle, Netz und Schlinge.
Und doch des Ablaufs kundig dieser Gram-Stafette.
Der Westen (54/28)/Sonett
Woran denn sollte ich noch Interesse,
das nicht von mir geheuchelt wäre, haben?
Ich lebe nur noch meinen Geistesgaben.
Versuche so zu meiden die Exzesse
wie auf sie zeigen immer mehr Anlässe:
Da schaffen Sachverwirrte eigne Waben,
an Wirklichkeitsverlusten sich zu laben:
Sie lesen sich des Ideellen Messe.
Indes die Volksherrschaft geht so verloren.
Radikalismus wird sie überbieten.
Den Westen führt ein Tross von Wohlstandstoren,
dem keine Zukunft wird wohl sein beschieden:
Sie bilden phrasenreiche Tugendforen,
Phantasmen gegen Fakten auszubrüten.
Heutiger (54/29)
Er ist beeinflussbar in hohem Grade.
Verglimmt in Medien-Halluzination.
Er ist sich selbst und als sich selbst Fassade.
Und wenn er wertet, täuscht er schon.
Führt gegen Fakten und Begriffe Kriege,
emotional geprägt auf Selbstbetrug.
Ein Spielball im Sozialgefüge,
Ein Ding, geträumt als Ich-Vollzug.
Ein Mime zudem, der nicht anders kann
als Star-, Prestige- und Waren-Kram zu dienen.
Er schwärmt für Hollywood und Cannes,
den Schaulauf inszenierter Mienen.
Und dennoch trägt er keine Schuld.
Da ausgesetzt Komplexitätsbedrängen
und hedonistischem Erlebniskult:
Ihm gar nicht ausdeutbaren Zwängen.
Einsichtslüsterner Drückeberger (54/30)
Ich war doch auch nur so was wie ein Drückeberger:
Ob nun sozial, ob intellektuell,
ob mehr privat … dem sei wie immer:
Ich strebte bald schon hin zum Rand.
Der Grund? Na ja ich hatte bald kapiert,
dass diesem Lachgasreich vergehen:
Dem Markt, dem Ich und Spaßverwehen
in Kunstwelt-, Formel- und Genuss-Geröll,
das Leben reduziert zum Schattenschimmer
verhunzten Inhalts zweiter Hand.
Weswegen ich mich habe durchlaviert,
mich abseits von der Mitte hielt,
um ungestört, in aller Ruhe,
zu greifen, was die erste Geige spielt:
Nicht jenes Tingeltangel-, Star- und Show-Getue.
Nein: Technik, Kapital und Wissenschaften.
In deren Schlepptau sich Parteien,
die an der Wohlstandsschöpfung jener haften …
dem Untergang mit jenen Ratio-Mächten weihen.
Hinterrücks (54/31)
Es lebe der Ich-Rausch
erträumter Gestalt.
Im menschlichen Austausch
der einzige Halt,
der unhinterfragt
spontan sich vollzieht.
In Du-Auren ragend
mit Vor-Glück versieht.
Unterschiede I (54/32)
Sie sind für mich eine Nummer zu groß.
Emanzipiert, wie Sie es zweifellos sind.
Sie haben gewiss eine Menge los.
Schielten nach oben wohl schon als Kind.
Sie wissen immer exakt, was Sie wollen.
Und das, was Sie wollen, das kriegen Sie dann.
Sie gehen dafür sofort in die Vollen,
sind besser als jeder Mann.
Sind prototypisch erfolgsverwöhnt.
Durch Können, Intellekt und Persönlichkeit.
Mit sich selbst nur durch Kompetenz versöhnt.
Riskieren selbst Missgunst und Neid.
Ich bin da ziemlich anders als Sie.
Recht skeptisch, was angeht Karriere.
Ein Träumer, den schreckt Erfolgshalali:
Prestige sich erstrampeln, Vermögen und Ehre.
Das alles konnte mir nie so recht zählen.
Es liegt mir nicht. Ich bin zu verschlossen.
Und seh keinen Sinn drin, mich rumzuquälen
mit siegertypischen Artgenossen.
Die geldgierig sind, blasiert sich verfehlen.
Bedenkenlos mehren auch seelische Gossen.
Für mich auch eine Entlastungsmanie,
das Dasein zu meiden als tiefe Misere.
Unabänderlicher Lauf (54/33)
Beeindruckt bin ich nun mal nicht so sehr.
Sei es von euch, sei’s auch von mir:
Zerstreuungssüchtig, kalt und leer,
sind wir doch Büttel permanenter Gier.
Die wir befriedigen wohl müssen
durch diese Jagd nach Nichtigkeiten.
Sonst würde unsre Wirtschaft doch zerrissen.
Und das verursachte soziales Leiden.
Fakt ist, dass wir uns Glück verhindern,
indem wir nach ihm gängig jagen.
Erlebniszufuhr suchen, um zu lindern,
dass wir uns selber nicht mehr können tragen.
Uns selber geben müssen als verloren:
Als sanft entmündigt und dabei gelenkt
von Medien, auf Bespaßung eingeschworen.
Weil die uns Halt und Richtung schenkt.
Für uns ein unabänderlicher Lauf:
Genießen, leisten, leisten und genießen.
Bis hin zum Geistesausverkauf.
Was man nicht merkt, verfügt präzisen
Kompensationsbelämmerungen:
Wie Anerkennung, Statuszuwachs, Luxus gar.
Zumal den eignen Träumen nun gelungen:
Exakt geworden, was an sich man war.
Hintergründige Systemformung (54/34)
Viel war es nicht. Und konnte es nicht sein.
Was ich erfuhr, erlebte, phantasierte.
Das Zeichenleben, das ich führte,
war strikt systembedingt, war ein …
Bewahren mich vor Ich-Monaden,
die, Zeitgeistopfer, nicht begriffen,
dass sie, sanft selbstisch aufgeladen,
befohlner Objektivität sich schliffen:
Der hochabstrakter Späten,
dem drastisch ausgeliefert sind,
die ihre Ich-Befehle beten
vom freien Selbst (Fiktionsabsinth).
Das gibt es nicht: Autonomie.
Noch gibt es Weltverfügung und
ein Dasein, das an sich nicht wäre die:
Stoff, Zeit, Verfall: Ein Nihilismus-Schlund.
Küchenuhr (54/35)
Wieder mal lausche ich dem Ticken der Küchenuhr.
Seit frühester Kindheit fasziniert
von der strikten Monotonie des Zeigerganges.
Längst freilich wissend inzwischen
um die Gleichgültigkeit alles dessen,
was da in dauerprekären Lagen,
kratisch,
ökonomisch,
kulturell
und biologisch kommandierend angetrieben,
zufällig Gestalt annehmen,
seine Drangsal entfalten und dann unweigerlich umsonst wieder dahin gegangen sein wird.
Ein menschliches Leben etwa:
Doch in der Tat nichts weiter als Materie,
Zeit und nunmehr spätsapient schier endlose Abfolge
von Verdrängungsverkitschungen,
hineingeträumt in ein abstrakt hochkomplexes Gefüge
von intellektdiktatorischer Barbarei.
Sinnlos und untergangsgeweiht.
Sinnlosigkeitsattacke (54/36)
Ein Tag schleppt sich dahin.
Widerspenstig jedwede Ausrede verweigernd,
was die ihn tragenden Ereignisse anbelangt.
Ein Tag,
wie geschaffen, an Selbstmord zu denken.
Zumal meine Gleichgültigkeit sich förmlich selbst anfällt.
Stumpfsinn und Orientierungslosigkeit wetteifern
mit Erschöpfung und Schwäche,
physischer wie psychischer,
um das Vorrecht,
mich aus Lebensmut,
Widerstandskraft und Selbstdisziplinierungswilligkeit zu drängen.
Von Stunde zu Stunde robbe ich geistig
über die Bruchstücke meiner Existenz,
selbstverschuldete,
wie ich mir eingestehen muss.
Mein Scheitern zeigen sie jedenfalls deutlich an,
so deutlich,
dass jedwede Ausrede,
die mir einfallen könnte,
diese Tatsache zu beschönigen,
scheitern,
ja mir gar aufzeigen müsste,
wie weit ich bereits heruntergekommen,
verwahrlost und gängig verlogen sei.
Freilich bin ich auch einfach zu klug,
mir jene Befunde umdeuten zu können,
durchschaue ich doch auch meine eigenen Lebenslügen,
Innenweltverwerfungen und existenziellen Tagträumereien
sozusagen unausweichlich.
So etwa bin ich mir auch der Tatsache bewusst,
dass meine Selbstaufgabe gänzlich belanglos wäre,
eine naive Kinderei …
Sinnlos wie das,
wogegen sie ein vermeintlich individueller Protest wäre,
anstatt ein nur folgenlos leeres Agieren einer
vor sich selbst fliehenden,
bedeutungslosen biologischen Einheit.
Klarsicht (54/37)
Wenn man am Rand lebt,
sähe man, man meint’s,
viel klarer.
Verwerfungsgrade etwa
unsrer Existenz.
Tatsächlich stimmt das,
denn die Ichbetonten:
Die Jünger
dieser Wohlstandstraumessenz,
verschreiben kopflos sich
nur Zeitgeistgötzen:
Pleonexie, Erfolg
und Täuschungseffizienz.
Das sieht man klar
vom Rande her:
Dass ihrer selbst
sie keineswegs gewahr,
ja dazu gar nicht
fähig sind:
zu abstandslos,
zu gierig und
zu leer.
Sie müssen sich
beständig hetzen,
doch faktisch noch betagt
ein Kind.
Das Sauerfeigh-Syndrom/Moral und Kohle (54/38)
Es zeigte klar, es geht nicht nur um die Moral.
Die wird als Selbstdarstellungsmittel oft benutzt.
Es ging um die Diäten-Zahl:
Sie sollte werden stark erhöht
staatsparasitär, sprich: selbstversorgungssiech.
Das stand (und steht) steht den Tugendbolden ja auch zu:
Gewählt zu melken jede fette Kuh.
So wie’s halt um uns alle steht:
Wir fressen ichsuchtknechtisch auch die Tugend kahl …
Das ist jetzt 30 Jahre her.
Und mir fiel’s wieder ein:
Auch Tugendbolde sind nun mal nicht hehr,
wenn’s geht um Geld, dies Wesens-Sein.
Da wird gemauschelt, abgezockt,
gelogen, selbst sich zu bereichern.
Der Steuerzahler muss dann blechen:
Auf dass die Volksherrschaft nicht kann zerbrechen.
Denn dann, dann hätte man’s verbockt:
Man könnte nicht mehr Tugendschein
und Geldgier setzen auf dasselbe Schwein,
das dann als Sau sie führt als Pärchen ein.
Moral und Kohle sind tatsächlich gleich:
Sie machen beide uns doch menschlich reich.
Und das kommt allen doch zugute;
indes gerade auch der Tugend-Schnute:
Besonders gierig doch auf sich:
Schon weil nichts einbringt so ein Ethik-Ich.
Ratio-Büttel (54/39)/Sonett
Mit Argumenten kommt man nicht mehr weiter.
Indes auch nicht mehr mit Moralbegriffen.
Haben wir abgesägt doch jene Leiter,
die einstmals führte zu den Großen Kniffen:
Wie etwa Gott. Uns längst benommen; leider.
Ist doch die Durchschnittsseele abgeschliffen:
Zu Ichsucht und zu Anomie bereiter,
um sich als Massenlebenswert zu kiffen.
Sie glaubt sogar, sie folge eignen Spuren,
wenn sie, erlöst von Tingeltangel-Drogen,
sich an sich selbst darf sinnbefreit verhuren.
Nur Mächten, die sie steuern, noch gewogen.
Zu formen sich nach deren Hauptstrukturen:
In diesen sinnfern um sich selbst betrogen.
Geistes-Trost (54/40)
Wes Geistes Kind ich sei, das weiß ich
- schwankend manchmal - selbst nicht so genau.
Doch was ich weiß, ist, dass dies Dreierlei
von Selbstkonsum, von Spaß-Kult und Erlebnis-Einerlei,
nicht ansatzweise reicht,
sich so zu steuern: selbst zu leiten,
dass man nicht nur vollendet marktgeeicht
- soll heißen: selber sich verborgen und entrissen:
Schund verfallen, phrasenseicht -
fatal getrieben wird durch diesen Supergau
von Sinnverlust, Verdinglichung,
Gewissenlosigkeit und Lust-Radau -
vielmehr zuweilen vor ihm weicht,
um sich als Spielball seiner
immerhin abstrakt zu wissen.
Start in den Büroalltag (54/41)
Die Haufen von flüchtig hin gekritzelten,
kaum noch entzifferbaren Notizzetteln,
gilt es durchzusehen, um herauszufinden,
was klugerweise am heutigen Tag
zuerst bearbeitet werden sollte.
In der Hauptsache handelt es sich bei diesen Zetteln
um vorläufige Erledigungsanleitungen,
um etwa auf amtliche Anordnungen zu reagieren.
Zum Beispiel durch Erläuterungen, sachdienliche Hinweise
und möglichst ungeschönte Stellungnahmen.
Auch vorläufige Zahlenwerke finden sich da,
akribisch genau und umständlich erklärt,
um den Gemeinderat dazu zu bringen,
die benötigten Zuschüsse für die Kulturinstitution,
für die ich arbeite, zu bewilligen.
Selbstverständlich muss ich dabei fast betteln,
muss die Wichtigkeit der Parteien herausstellen,
muss an ihre kulturelle Verantwortung appellieren,
ihnen fast schmeicheln damit, indem ich darlege,
wie wichtig Kultur für die kommunale Daseinsvorsorge sei.
Eigentlich handelt es sich um nichts anderes
als mühsam versteckte, wortreiche Selbstentwürdigungen.
Vor allem um den narzisstisch-eitlen Erwartungen
mancher ehrsüchtiger oder gar selbstreklameerpichter,
zugleich sehr kritischer Ratsmitglieder zu entsprechen.
Dann gibt es da Entwürfe von Antworten auf Kulturmacherpapiere.
Wobei ich mich, was diese Sache angeht,
immer mal wieder insgeheim frage,
von welcher Kultur denn überhaupt noch die Rede sein könne;
oder besser, ob überhaupt noch von einer.
Bis ich ans Geld denke, das ich verdienen muss,
begreife ich so nicht einmal ansatzweise,
wie es mir gelingt, diesen Schwall von Nichtigkeiten,
menschlicher Irrationalität und den sich dahinter verbergenden
selbstgefälligen Stumpfsinn Tag für Tag zu ertragen.
Und obwohl mir nichts anderes übrig bleibt
als mich selbst zurückzunehmen
und halbwegs klug zu taktieren,
verachte ich mich doch immer auch ein wenig selbst,
weil ich mich tatsächlich bei alle dem selbst korrumpiere,
mir eingestehen muss, dass ich mich eigentlich schämen sollte.
Indes von meinem Idealismus kann ich nicht leben.
Noch weniger davon, dass ich mir eingestehe,
mich wissentlich selbst zu korrumpieren.
Am allerwenigsten freilich davon, dass ich mich schäme.
Damit kann ich meinen Lebensunterhalt nicht bestreiten.
Und eingesehen, dass hehre Werte zu nichts führen,
auch nicht in einer Parteienoligarchie,
noch viel weniger in einer Diktatur,
ja in überhaupt keiner Gesellschaft, sie sei organisiert,
wie auch immer, habe ich schon längst.
So überzeugt davon, schon froh sein zu müssen,
wenn ich in Frieden leben kann,
ein wenig geistige Freiheit genießen darf.
Um auch von Idealen zu träumen,
denen ich freilich selbst definitiv nicht gewachsen bin.
Selbsterhellung (54/42)
Zuweilen, in meinen besten Stunden,
begreife ich gleichsam überdeutlich
die Nichtigkeit, Banalität und Sinnlosigkeit
meiner Existenz.
Und trauere doch nicht,
klage und weine doch nicht.
Wende nicht einmal den Blick,
sie entlastungssüchtig zu verdrängen,
von diesen radikalen Bewertungen,
von denen ich glaube, dass sie nicht nur
für meine Existenz allein zutreffen.
Und sage mir zugleich,
dass, wer das kann, jemand sein muss,
der sich gerade in dieser Selbsterhellung
als Mensch beweist und gewinnt:
Standhaft, sachfähig, illusionslos.
Und so schon für die kleinsten Glücke,
in kürzesten Augenblicken,
zutiefst dankbar sein muss.
ZINSJA (38) (54/43)
Ich addiere die Quasi-Nullen
einer Außenseiterexistenz.
Die metaphysischen,
die kulturellen,
die politischen,
die persönlichen.
Ich tu’s klaglos.
Und ohne Bedauern,
Weiß ich doch,
dass ich dieselben
Quasi-Nullen addierte,
wäre meine Existenz hier
welche auch immer
andere gewesen.
Indes es mich tröstet,
dass ich ökonomisch
ein wenig reüssierte.
Immerhin fähig so,
mir die ungestörte Ruhe
gönnen zu können,
die ich brauchte,
um jene als das,
was sie sind, exakt
zu begreifen:
Verhängnisse dieses
Spätzeit-Nihilismus,
von niemandem gewollt
und von niemandem
letztlich zu bewältigen.
ZINSJA (14) (54/44)
Nichts hat es auf sich mit mir. Gar nichts.
Immer schneller z. B. rasen
die kosmischen Galaxien auseinander.
Offenkundig uns gegenüber völlig gleichgültig.
In der Tat: Um unseretwillen,
auf dass wir in Existenz träten,
entstand dieses All nicht.
Wir sind uns selbst:
Unseren Trancen,
Ausdeutungsbehelfen,
Gleichungen,
Sehnsüchten,
Hoffnungen
und Sinnphantasmen,
überlassen.
Solange uns jene kosmischen Vorgänge
noch tragen: Sie noch strukturfähig sind.
Aber bis dahin
werden wir längst vergessen sein:
Äonenferne Zufallsspielereien
einer quasigöttlichen Materie.
Wer sollte sich an uns noch erinnern?
An dieses insofern herrliche Nebenbei,
als in ihm für ein paar Augenblicke
jene Materie zum Bewusstsein
ihrer selbst gelangte,
gar dazu, sich, zweck- und zielblind,
bis hin zu Geist organisiert zu haben.
Wenn du kämst (54/45)
Es wäre, als ob wir versuchten,
uns den Tod zu verbannen
aus den verfallenden Körpern.
Hilflos doch den Zufällen
kommandierender Vergänglichkeit ausgeliefert:
Krankheit, Angst, Schmerzen
und manchmal auch schon Verzweiflung …
So wäre es, wenn du kämst
und dich zu mir legtest.
Den kommenden Agonien
späteste Glücke nutrostgierig
noch zu entraffen.
ZINSJA (37): Ängstliches Selbstbewahrungsversäumen (54/46)
Doch ganz so trostlos ist dies Dasein nicht.
Im Gegenteil: Es birgt Vollendungsglücke.
Indes man braucht im rechten Augenblick das Licht,
Um zu erkennen jene - und die Tücke,
dass wir sie uns verderben, weil nicht sehen,
zerreden sie, weil nicht so richtig an sie glauben,
Bedenken tragen, dass, wenn sie geschähen,
sie würden unsre Selbstverfügungskräfte rauben.
Und ist es so - so ist es sogar ziemlich oft -
muss man sich selbst die ganze Schuld dann geben,
weil ängstlich-mutlos man auf Glück zwar hofft,
doch scheitert dann, es selig auszuleben.
Tatsächlich ist es eine Sünde, auszuschlagen,
was heimlich man sich wünscht doch: Glück.
Es kommt halt nicht zu dem, der’s nicht will wagen …
Und irgendwann kommt’s nie mehr dann zurück.
Kulturelle Selektion (54/47)
Man kann es schon
als Selektion
zugunsten
jener Unbedarften,
als inszenierten
Tagtraummohn,
als transzendenz- und
illusionsbeharften
Belämmerungsbescheid
ansehn:
Gelenkte
kommen und
Personen*
gehn.
*Person: Nach Kant nicht Sache/Ding, sondern „Zweck an sich“ = Würdeträgerin
Anonyme Widersprüchlichkeit (54/48)
Es gibt Tage, da bin ich so leer
und gleichgültig,
dass mich auch noch
die eigenen Einsichten anwidern:
Orientierungslos
durch eine pseudokommunikative
Kunstwelt zu stolpern,
die mir, sich permanent
um nichts weiter
als scheinbare Bedeutungslosigkeit,
hysterische Aufgeregtheit,
Sport, Erlebniskonsum
und also Verspaßungs-Intensität
drehend,
doch längst entglitten ist
in die für sie so typische,
einzigartig klare
Unfassbarkeit.
Selbstentsagung (54/49)
Ich hab‘s genau begriffen:
Es ist grad metaphysisch leer;
zumal empirisch ganz verschliffen
Besorgen, Traum und Spaß-Verkehr.
Kein freier Wille; nur Gefolge
der Ichsucht je nach Zweck und Wert;
als Trost die Dauer-Emotionen-Wolke,
die sie zu Sinn verklärt.
So herrschen Stumpfsinn und Verdrängen.
Wie anders ließe sich denn auch ertragen,
dass man vor faktisch unbeugsamen Zwängen
sich selber muss entsagen?
Entlarvung (54/50)
Und grad mir selber soll ich Kunde sein,
mich selbst ausnutzen optimal,
so effizient wie möglich die Potenzen,
die ich als Körper und als Psyche bin,
soll auf mich zehren letzter Glücke wegen,
der magisch konsumtiven, die erfleht der Kunde,
der sich als frei begreift: Selbst eigner Wahl.
Indes ich weiß, dass ich ein Knecht der Zahl,
Monade bin, wie Leibniz einst sie konzipierte,
nur dass das Geld, nicht Gott,
mich Einsheit programmierte,
mich einzutakten Markt-All ohne Sinn,
in ihm als Mittelkosmos ohne Zweck zu tanzen,
der diese Einheits-Seelen kindisch macht erregen
zu einem Ochlosgleichklang anonymer Pein
im Dienst des Stumpfsinns fadster Zirkusrunde.
Begriffen hab ich freilich ungefähr,
dass da was Überindividuelles heimlich webt
als Ratio, Wertspuk, Wohlstandsheteronomie,
die Menschentum erschufen, selbst sich überlassen,
um hin zu wirken auf den eignen Untergang.
Denn was es schuf, ist ohne Transzendenz:
Pleonexie, die nur sich selbst erstrebt
und so am Ende muss sich selbst verprassen
in Barbareien ritueller Agonie …
Nicht gut, nicht böse: Evolutionärer Zwang.
Nüchterne Feststellungen (54/51)
Ich glaube nicht an Liebe.
So wenig wie an Sinn und Gott.
Das All-Maß? Mediale Schübe
und psychischer Bankrott.
Man ist allein. Ein Leben lang.
In sich verschlossnes Leid.
Dem Zufall ausgesetzt und Zwang
und immer Mittelmäßigkeit.
Man mag indes sich schön das reden,
mag sich betrügen, es verdrängen.
Doch nicht den Durchschnitt anzubeten,
das meinte, selbst sich aufzusprengen.
Das meinte Außenseitertum
und Einsamkeit noch zwischen Laken.
Bestimmt der Durchschnitt doch schon stumm,
was wahr sei, gelten soll - er hat das Sagen.
Späte Auflösung (54/52)
Diese innere Wurzellosigkeit
(von der Aufklärung vermittelte),
die kenne ich,
kann sie gar riechen:
Alles dahin,
was Halte verspräche,
Verzauberungsvereinfachungen:
Gott,
Sinn,
Kultur,
Selbstverständlichkeiten,
Freude.
Alles dahin.
Die Wohlstandsreligion
hat’s abgeschafft,
hat’s ersetzt
durch verrohende Einförmigkeiten:
Entseelungsbefehle
verbrauchsbasierter
Innenweltautomatisierungen.
Das Individuum ist fort.
Die Person ist fort.
Eine Wirklichkeit ist fort.
Fort sein wird auch bald
die seelenlose Realität,
wie sie
Kapitalismus,
Naturwissenschaften
und Technik schufen:
Sterbende Welt
siechenden Einförmigkeits-Lebtums.
Liebe (54/53)
Ob man, fragst du, bauen könne
auf die Liebe, auf die wahre?
Welche meinst du, welche Liebe?
Ist doch unklar, was sie sei.
Wie auch immer, ich vermute,
dass sie aus Betrug erwächst -
Selbstbetrug: sich umzudeuten
Fakten, Lagen, Perspektiven …
Lügen, bis sie so dann passen,
dass gegeben dann die Liebe,
Seelenfakt geworden scheint.
Psychen-Nöte zu bestehen,
einsam nicht vor Daseinswirren,
Lebenslügen, Defiziten ...
hilflos ichstumm sich zu finden …
nicht gezwungen zu erfahren,
dass Alleinsein Schicksal ist.
Meine Gedichte (54/54)
Man muss sie
nicht begreifen wollen;
sie sind tatsächlich
ja geprägt
von einer Sicht
auf unser Sein,
die deprimieren muss
und Angst erzeugen;
vor allem
Hoffnungslosigkeit ….
Nicht, dass sie all das
provozieren sollen …
Mir geht’s um das,
was ist, allein:
Wir laufen wirklich wohl
in ein finales Nein,
weil wir uns, Ratio hörig,
selber beugen.
Verkümmerungszwang/Für Ufö. (54/55)
Verkümmern uns doch letzte Jahre!
Verkümmre du mit mir!
Bis dass uns trennt die Bahre,
verglomm die Lebensgier.
Die Zeit vergeht ja rücksichtslos.
Bedenke das! Und schnell!
Vergänglichkeit trägt sie im Schoß …
Uns bleibt’s nicht ewig hell.
Bleib bei mir wenigstens bis morgen,
auf dass ich die vergesse:
Die Leeren und die Sorgen …
den Stumpfsinn ihrer Schein-Anlässe.
Anonymisierte Hilflosigkeit/(54/56)/Sonett
Wenn ich es aus genügend Abstand so betrachte,
dabei ganz kühl, auf Objektivität gestützt,
auf Sachlichkeit, dem Ernst der Lage angemessen,
was die globale Welt als ganze anbelangt …
dann scheint mir, dass sie selbst sich resigniert verachte,
sei krankhaft eitel: tief narzisstisch überhitzt,
werde missbraucht von subjektiven Interessen:
Von Mittelmaß, das sich um Selbstberauschung zankt.
Und das, das wirkt sich oben aus als hochprekär:
Wo toben von sich selbst besessne Autokraten,
die kein Gewissen haben: sie sind seelisch leer,
die allen andern rücksichtslos so nur noch schaden,
verkennend, dass nur Macht hat, wem sie nicht Begehr,
nichts ist, um protzend durch ein kleines Ich zu waten.
Genetischer Lotterie verdankt (54/57)
Ich hatte Glück, weil durfte ganz, ganz Seltnes fassen:
So einen Zufallswurf der Gene ohnegleichen:
der mir die Kraft gab, mich nicht immer zu verprassen:
nicht dauernd auszudeuten in banalen Zeichen ...
Als Kunde etwa, der, gelernter Hedonist,
zugleich ist Halluzinationen-Konsument,
vor allem auch produktbeseelter Marktstatist ...
sich selber inszenierend stets im Zeitgeist-Trend.
So hab ich denn versucht, mir Vorteil draus zu machen.
Auch weil ich bald begriff: Der Markt schafft Einerlei,
geeignet, einen anzuspornen zu verflachen,
auf dass man irgendwann sich Waren-Jünger sei,
verliere sich Erlebnislust und falschem Lachen.
Um bald als trash hero* sich selbst dann zu bewachen.
*trash hero, engl.: "Schund-Held"
Gleichlauf (54/58)
Mir laufen die Tränen runter.
Sie laufen ungehemmt.
Als weinte da ein kleines Kind.
Ich bin so trostlos todessüchtig.
Ich gehe hoffnungslos mir selber unter.
Zumal die Welt ist mir so fremd.
Die sich doch selber auch zerrinnt.
So haltlos sinnstumm flüchtig …
Nichts weiter mehr
als nur Erlebnis-Plunder,
in dem man sich
als Endzweck spinnt.
Lungenzüge, Alleinsein und Selbstvergessenheit (54/59)/Sonett
Gern rauchte ich doch jede Zigarette.
Daran gewöhnt doch in der Kindheit schon.
Und es tat gut, weil’s mithalf zu ertragen
den Dörfler-Stumpfsinn roher Menschentypen.
Wenn ich nicht diese Lungenschwäche hätte,
ich drehte sie noch heute; eine von
ganz starkem Tabak aus den besten Lagen.
Und rauchte runter sie bis auf die Kippen.
Ich ignorierte auch die Packungssprüche,
dass Rauchen mache krank und tödlich sei.
Als ob den Fiskus kümmerten die Brüche,
die ich mir mildern konnte mit zwei, drei
Gedrehten, sitzend in der kleinen Küche ...
Für mich allein dort. Von mir selbst auch frei.
Ein Gedicht machen/Variante II (Trias A) (54/60)
Was wäre tiefer denn als ein Gedicht zu machen?
Noch nicht mal Machtgenuss als Kommandieren;
schon gar nicht dieses marktbefohlene Verflachen
in Zeitgeistgossen, in Effekt sich Sinn zu schüren.
Nichts ist beglückender, was immer es auch sei.
Denn wer Gedichte macht, fügt niemals stumme Trümmer,
nicht Schäbigkeit, Geschwätz, Verrat und Niederlagen,
sich selbst dann diesem Kosmos ohne Zweck: Geflimmer
absurden Daseins anonymer Wesenszwänge.
Gedichte macht, wer sitzt auf eines Gottes Schoß,
ganz unbekümmert doch um Ich, Erfolg und Ränge:
Das Sein antaumelnd, autonom sich selber los,
sich in Vollendung, Sinn und Glück zu tragen.
Ein Gedicht machen/Variante III (Trias A) (54/61)
Was wäre tiefer denn
als ein Gedicht zu machen?
Gewiss nicht
übermächtigen und kopulieren;
schon gar nicht
dieses marktbefohlene Verflachen
in Zeitgeistgossen,
sich selbst verratend dann
in ihnen zu verlieren.
Nichts ist beglückender,
was immer es auch sei.
Denn wer Gedichte macht,
entrinnt all diesen
stummen Trümmern
von asozialem Psychen-Einerlei
in diesem Mittelkosmos
ohne Gottesflimmern.
Nicht Knecht von Marktkommandos:
Narzisstischem Gepränge.
Ein Dichter ist, wer in Versagensleeren
am Rand sich geistig selbst legt bloß,
so vegetierend fernab aller Ränge,
entronnen dem gesellschaftlichen Schoß.
Geborgen metaphysisch dann:
fernab von allen Seins-Miseren,
ihr Sosein meidend ...
alle Stoffsucht-Zwänge.
semper idem* III (54/62)
So ist’s nicht, dass ich nicht wüsste,
dass ich oft mich wiederhole,
geißelnd diese warentriste
Orgie ohne Geistespole.
Dieses selber sich Entspuren
in entlastend spaßverfügte,
ingeniöse Selbstabfuhren.
So als ob das schon genügte,
Inhalt sich und Wert zu schaffen.
Freilich, so wie’s aussieht, schon.
Protzen will man und erraffen
allerlei Erlebnis-Fron:
Mag man auch dann psychisch kentern,
selbst sich gar verlieren.
Niemand kann die Farce hier ändern,
mag er auch vertieren,
untergehen, sich verraten …
Immer ist’s das Gleiche:
Von der Wiege bis zum Spaten:
Wertgetriebne Phrasen-Reiche.
Die sich müssen dann zerstören,
müssen ins Absurde treiben,
dienend wüstem Selbstversehren:
um sich schließlich aufzureiben.
*semper idem lat.: „immer dasselbe“
Bedenkliche Verantwortungslosigkeit - oder:
Der Niedergang von Einigkeit, Recht und
politischer Freiheit (54/63) -
Ein Plädoyer für die Demokratie
Ob ich irgendjemanden angreifen,
zur Verantwortung ziehen,
diffamieren oder gar verachten wollte,
weil er, entlastungsbedürftig,
all diese Spätzeitverflachungen mitmacht,
sich ergötzt
an diesen Entwürdigungschaumschlägereien,
sich einlässt auf alle Weisen hedonistischer Selbstzerstörung,
beklatscht und nachahmt
alle diese Verblendungsbestrickungen
einer auf diese freilich angewiesenen
Dauerverhökerungssucht von Schund, Kicks
und Verlierererregung …
wenn ich diese kompromisslos und ungeschönt bloßstelle? …
Nicht einmal meine Absicht könnte dergleichen sein.
Begriff ich doch längst,
dass die westliche Spielart des Kapitalismus
darauf abheben muss,
den Individuen alle Wege zu versperren,
sich noch verantwortungsfähig und -willig zu entwickeln.
Zu dünn,
zu verroht,
zu fühllos
geraten die Innenwelten jener gelernten Selbstverwerter,
die doch nichts weiter sind
als eine Art heteronome psychophysische Konzentrate
des untergründigen gesellschaftlichen Allgemeinen
und seiner notwendig entmündigenden Perversionen.
Kindisch,
entabuisierungsfanatisch,
bildungsarm
von narzisstischer Gewalt betört
und im Extremfall asozial …
Unfähig vor allem,
sich auch nur ansatzweise selber noch
bewahren zu können
vor jenem systemimmanenten Nihilismus
und seinen fein gefügten Resignationszwängen.
Sind doch alle Formen nicht-konsumtiven Glücks
längst abgeschafft.
So auch das metaphysische,
also auch jedwede Chance
auf hochkulturell-elitäre Verfeinerung.
Und gerade zu dieser jetzigen Zeit,
da sich in Asien eine Parteidiktatur
radikal totalitär-digitaler Ausprägung
- und zwar rasant - entwickelt,
droht der Westen
von innen heraus zu zerfallen.
Müde seiner selbst,
neurotisch verfügt zumal
seiner zutiefst verlogenen Tugendonanie
und Realitätsverweigerung,
seiner von ihm selbst vehement geleugneten Dekadenz,
seiner kindlich-naiven Machtverachtung
(insbesondere in Europa),
seiner seelisch-geistig gebrochenen Massen
und seiner wachsenden Unfähigkeit,
sich vor sich selbst zu schützen.
Ich frage mich daher immer öfter,
wie er seine sowieso von innen bedrohte Demokratie
noch bewahren will,
zumal diese faktisch eine elitäre Angelegenheit ist,
letztlich auf asketischen Idealen beruht
und also auf Dauer von einem infantilen
und geistlosen Souverän gar nicht gehalten werden kann …
Eine Demokratie,
die in ihrem Wesen bedrückend zerbrechlich ist,
dauerprekär und - vor allem -,
sich jenem kompromisslos nationalistischen
und digital-turbokapitalistischen asiatischen System,
zumindest auf Dauer,
als definitiv unterlegen zeigen wird.
Indes mein unpathetisches Engagement
für diese Demokratie
sich etwa so erklären lässt:
Nur in einer westlichen Demokratie kann ein Gedicht
wie dieses hier,
man nenne es meinetwegen auch ein Pamphlet,
und das betrifft mich fundamental,
ohne Risiko öffentlich gemacht werden.
Unter der Fuchtel jenes Partei-Totalitarismus nicht.
Dieser würde dieses Gedicht verbieten und den,
der es schrieb, ins Gefängnis werfen,
foltern oder sofort umbringen lassen.
*
Weiß man, weil’s genau begriff,
was politisch man verlieren,
daseinswirr verspielen könnte,
wenn man nicht auf diese setzte:
Rechtlichkeit und Maß und Mitte,
Volksherrschaft und Normenschliff,
unbedingt auch Selbstverzichte …?
Nun: Sich selber gar am Ende,
psychisch, physisch, geistig gar.
Ausgeliefert einer Dünkel-Schar,
selbst sich doch Erlösungs-Blende,
wesenstief doch stets gehetzte
von der Deutungslosigkeit der schieren
Schein-, Vergeblichkeits- und Leeren-Dichte
aller menschlichen Bestände.
Allerweltsweisheit (54/64)
Genusssucht ,
Schein,
circenses*,
Götzen;
nebst Wärme,
Schlaf
und Brot.
Obwohl sie
die Person
verletzen,
tun sie,
Faktenzwingen,
not.
Vernunft
ist da nicht
durchzusetzen,
kein Geist
kann sich
gelingen:
Sirenen,
die von Scheitern
singen,
verkümmern
ohne Lot.
*circenses lat.: Spiele; panem et circenses:
Brot und Spiele
Kleiner Existenzabriss (54/65)
Manches war Notwendigkeit.
Wie etwa Geld sich zu verdienen.
Andres war Gelegenheit,
Leere mit Genuss zu schienen.
Wieder andres diente dann,
diese Wahrheit zu verdrängen:
Dass man sich nicht wählen kann,
front meist Schalheit, Zahl und Mengen.
Oft man hat sich treiben lassen
durch die Zeitgeistniederungen:
Sport und Urlaub, Lüsten, Prassen,
dass man fühle sich gelungen.
Ohne es indes zu sein:
Kann sein Leben nicht mehr führen,
muss sich ständig lassen ein
auf Getue und Allüren.
Sinnvoll war mir selber dies:
Denken und Gedichte machen,
überwinden das Verlies
Zwecke gaukelnd bloßer Sachen.
Zu begegnen sich an Orten,
wo selbst Masken nichts verbergen.
Wo in essentiellen Worten
sich dann kundgibt das Verzwergen:
Jenes, dem wir nicht entgehen,
Dieses, das uns alles raubt:
Glücke, Zwecke, Traum-Alleen …
Geistvollzug, der Selbst erlaubt.
Naivität (54/66)
Der Krieg ist wieder da! Wie kann das sein?
Er war doch längst Geschichte!
Das rufen sich die Wohlstandskinder zu,
verängstigt und verstört betroffen.
Indes noch nicht mal ansatzweise ahnend,
was sonst sie auch noch treffen könnte.
Doch das sei hier diskret verschwiegen.
Indolenz* (54/67)
Manchmal ist es schon das Sonnenlicht,
das über alte Steine hin sich breitet,
manchmal auch das geräuschlose Aufsetzen
einer Katzenpfote auf der Erde
eines ansonsten kaum benutzten Schleichweges,
in dem ich mich zuweilen verstecke,
manchmal auch ein himmelsweit
sich spannendes Tiefblau,
manchmal das Sternenmeer
an einem klaren Nachthimmel,
was mich faszinierend tröstet
in meiner des Trostes eigentlich gar nicht
bedürftigen Gleichgültigkeit.
Die zumal darum weiß,
dass alle diese Erscheinungen etwas sagen,
was sich mir immer mit aufdrängt,
wenn sie sich mir zeigen:
Die sich in diesen Augenblicken mir doch auch
offenbarende majestätische Sinnlosigkeit
dieser zufällig vorüberhuschenden Stoff-Synthesen
allmächtiger Materie auf dem Weg ihrer Ausdehnung
in ein mir für immer verschlossenes Unfassbares.
*Indolenz: Gleichgültigkeit
Camouflage* (54/68)
Ich schreibe meinen Lebenslauf.
Es geht zum Glück dabei um äußre Daten.
Mal da ein Zeugnis, dort ein Kauf.
Mein Wesen muss ich nicht verraten.
Zum Beispiel das, wofür ich stehe.
Das brächte mich in arge Not
Das fängt schon an mit der geringen Nähe
zum bürgerlichen Lot.
Noch schlimmer steht’s mit den Affekten.
Die brodeln rastlos unterm Zaum,
mir so dann diese Welt aufdeckten,
ein Kunstgefüge ohne Selbstwert-Traum.
Und faktisch alles das verneinen,
was andern summum bonum* ist:
Erfolg, Erlebniszufuhr, Macht und Scheinen.
Weil das allein hebt unsre kurze Frist
als Wohlstands-Traum in einem lecken Boot.
*camouflage franz.: Tarnung, Verdunkelung
*summum bonum lat.: höchstes Gut
Offen gesprochen (54/69)
Schon wieder viel zu viel gesoffen.
Indes was soll’s? Die letzten Jahre schwinden.
Auf was denn soll ich da noch hoffen,
für welche Illusion mich schinden?
Für irgend Ziele, Zwecke oder Halte?
Nur große Worte für Schimären.
Kann ich dies Dasein doch nur als recht kalte
Entsinnlichungsverdinglichung mir klären.
So mag’s denn hingehn diesem Zwang der Uhren.
Tatsächlich Gram und Traumweltweiten.
Ein Undeutbares aus Blessuren.
Von niemand hier zu meiden.
Existenzzwänge (54/70)
Illusionslos bin ich bei Verstand geblieben.
Für mich mir deutend feile Lügennetze
doch einer letztlich würdelosen Posse:
Verbrämungshaschen nach Entlastungsdrogen.
Indes auch selber drastisch auf sie angewiesen:
in diesem hektisch-leeren Selbstwertkrieg.
Substanzgebot molekularer Drangbefehle,
die Selbsterhaltungszwänge auferlegen.
Heißt, dass ich niemand deshalb tadeln darf,
muss vielmehr anerkennen (und ich will’s),
dies Walten dingverstrickter Tauschgebete.
Gemurmelt in längst gottverlassne Himmel.
Faktenkosmos (54/71)
Zufall, Zwang, Wert, Trance und Zahl.
Das geht nicht anders, kurz: es muss so sein.
Das Dasein tobt nun mal effektfinal.
Ob Macht, ob Lust, ob Geld, ob Schein.
Tut es sich doch nur physisch kund:
Materie schuf auch den Geist.
Es bläht sich, rafft, verhehlt sich jeden Schwund.
Zumal Vollendung es verheißt.
Indes nur Stückwerk ist und sich verliert
an Wert-, Bedürfnis-, Macht-Fiktionen,
die, traumweltziseliert,
dann immerhin verschonen
vor letzter Einsicht, unverdrängter,
in dies Gewirr von Oberflächlichkeiten:
Dass nichts es ist als stoffverhängter
Entlastungshauch, sich selbst zu meiden.
ZINSJA (16) (54/72)
Hyperluzide füge ich
die niederträchtigen Schemen
der Vergangenheit
dieser vor Sinnlosigkeit
frierenden Zukunft ein:
Leere um Leere ausgestaltend
zu einem harten Gefüge
mittel- und haltloser
Zwangsentfaltungsmiseren.
Nicht dass ich das
absichtlich täte.
Oder gar begeiferungsschadenfroh.
Nein. Mich nutzen dabei
Gattungssensibilität und
sich selbst kommandierende
Faktengewalt.
Zwangsablauf (54/73)
Immer dasselbe Geschehen:
Einzelne wollen oder können nicht mitmachen.
Unfähig,
sich einzuordnen in eine gegebene Gesellschaft.
Sie rebellieren,
etwa,
gegen die trivialmessianische Ichbrünstigkeit
evolutionsdeterminierter Illusionsproduzenten.
Oder gegen die Sinnlosigkeit einer
kommandierenden Bedürfnissen dauerunterworfenen,
substanzprekären,
sich selbst,
der Welt und den anderen ausgesetzten Existenz,
die nur zu bewältigen ist unter der Voraussetzung,
dass man sie eher träumt,
sich zurecht lügt,
verdrängt,
phantasiert …
als das man sie,
tapfer sich ihrer bewusst,
tatsächlich unmittelbar lebte.
Mag sie auch aufruhen einem Wohlstandsgefüge,
das alles bietet,
was man braucht,
um sich - noch in der Hirnaktivität schwerer Nächte -
verluderungsgierig sich selbst zu hissen.
Oder eben Mammon-Oligarchen,
unbelehrbaren Polit-Theologen
und naiv-optimistischen Technologie-Utopisten,
die den Menschen in die Obhut
seiner von ihm selbst geschaffenen Technologie geben wollen,
auf dass diese ihn behüte,
leite und endlich erhebe zum pan-glückseligen KI-Schaf
(zum Neuen Menschen).
Verheeren,
verkleinern,
entmächtigen werden wir uns also gewiss.
Ob nun als Bipeden-Zoo-Insassen*
oder verfahrensoptimiert gewaltlüsternes Kriegergefolge …
Architekten sich notwendig selbstzerstörender
geschichtlicher Gebilde sind wir allemal:
Nebeneffektblinde,
Normen- und Fakten-Verzwungene.
Auf Abruf.
*Bipedie: Das Gehen auch zwei Beinen; also: aufrechter Gang
Präferenz Geist (54/74)
Man nehme, kriege, nutze, was auch immer.
Es wird zuletzt als fad sich zeigen.
Als kreatürliches Gewimmer.
Nur geistig kann man, Spielball, sich noch übersteigen.
Um dann zu sehen, wie’s noch schlimmer,
wird wesenloses sich Verneigen
vor etwas, was doch längst in Trümmer,
in Siechtum sank und Dauerschweigen.
Indes ich mach’s mir noch als Trance zu Eigen:
Verkrieche mich in stillste Zimmer
und spiegle alle seine toten Reigen
in magisch indolentem Wort-Geflimmer.
ZINSJA (121) (54/75)
Ich schätze eure Kunden-Hybris nicht.
Nicht eure Selbstwert-Illusionen.
Noch eurer inszenierten Moden Wahn.
Schon gar nicht eurer virtuellen Fad-Gebete
Entlastungsmohn egalisierter Trance-Monaden.
Indes fahrt fort noch ein paar Jahre,
euch eure Wohlstandsgaukeleien zuzuführen.
Auf dass es mir denn also noch gelinge,
mich unberührt von Barbarei ins Grab zu retten.
Europäische Grundwerte (54/76)
Ich leugne Würde als ersehnten Wert,
bestreite, dass Vernunft und Toleranz,
Humanität, Autonomie und Güte,
politisch kluge Handlungsquellen seien.
Was haben sie, genau besehen, denn genährt?
Verbraucherhochgefühl und Arroganz.
Realitätsverweigerer, die faktenmüde
und geistig-rational sind schwer versehrt.
Denn Tauschverdinglichung zertritt sie rüde.
Die muss ja Mittel, darf nicht Zwecke weihen:
Kann also weder Würde sein noch haben …
Wer Schund anbetet, ist sich selber fremd.
Wer nur Erlebnis frönt, ist deklassiert.
Wer Zeitgeist huldigt, muss sich untergraben,
wird nie Person, die sich zur freien hemmt,
indem sie nicht an Stumpfsinn sich verliert.
*
Wer denn hätte nicht verloren die wunderbare Tiefe
verträumungskindlich stiller Irrationalität,
jene phantasievolle Daseinsfülle metaphysischer
Geborgenheit und faktentranszendenter
Seelenruhe in den Momenten gramferner,
kindlicher Heimkehr in die seinsgewaltigen
Enttrümmerungsfelder eines Sinn schaffenden,
allversöhnenden Absoluten?
*
Und wer denn hätte nicht schon sich selbst verloren
in dieser sentimental pseudotugendhaften,
emotionshypertroph lärmenden Warenschlaraffe,
die doch nichts weiter ist als eine öde
Anmaßungs-Inszenierung … Sei es der Macher,
Sieger, Promis und Politideologen,
sei es des seiner selbst entmächtigten Durchschnitts,
sei es der Propagandisten der Pan-Algorithmisierung
dieser enthemmungsmystisch gesteuerten Menschenmassen
einer sich permanent selbst glorifizierenden,
hysterisch lobenden, verheiligenden und grölend feiernden Konsumdiktatur,
die die seelischen und geistigen Kräfte,
die restkulturellen Selbstbestände zumal auch
der desorientierten Individuen längst aufgezehrt
und durch infantile Erregungsimperative,
seelisch steuernden Entfesselungstingeltangel
und belämmerungsintensive Verkümmerungsorgiastik
der Innenwelten ersetzt und digital subtil
in immerwährendes Show-Gewahrsam genommen hat?
Leben als ein Fremder (54/77)/Sonett
Wenn ich’s betrachte aus der Selbstdistanz,
gewissermaßen kalt und objektiv …
Dann muss ich sagen: Es lief gründlich schief,
war ohne Höhepunkt und ohne Glanz.
Naivität wohl, noch mehr Ignoranz,
die sich erklärt aus einem Seelentief,
das lebenslang als Wunde in mir schlief
und lähmte bis in meine Selbstsubstanz.
Nur geistig konnte ich mich halbwegs halten.
Ein Fremder vor den Selbstentfaltungswerten.
Die meist narzisstischen Belangen galten,
nichts weiter waren als Effekt-Gebärden:
Zu inszenieren sich in einer kalten
Konsumwelt ohne sinngebundne Fährten.
Euch noch mal wieder sehen - Für die Eltern (54/78)
Ein Kinderwunsch. Gewiss. Ich weiß es doch.
Der Stoff lässt es nicht zu; er kommandiert
die Gier wie den Verfall - Das fade Joch,
das Dasein heißt. In dem man sich verliert
in wirres Scheitern, das dann grade noch
der Tod aufhält, bevor man ganz vertiert.
Und der enthüllt dann dieses Stoffschicksal:
Dass man ein Zufall war - Ding ohne Wahl.
Euch, längst zerfallen, noch mal wieder sehen
verhindern atomare Grunddiktate,
die alle Sehnsuchtsfelder niedermähen
und machen, dass allein man sinnfern wate
in Stumpfsinn und Sozialdunst, sich zu drehen
Abstraktheits-Tyrannei bis hin zur Lade.
Es ist unmöglich, dieses Los zu meiden,
Primaten-Los: Sich reflektiert erleiden.
Ich rebelliere gegen Stoff und Uhren,
Gesellschaft, Selbstverlust und Psychen-Schliche;
und hebe euch, ein Leben lang Blessuren,
als frühstes Bild gebannt in Gegenbrüche
mit blassen Dankbarkeits- und Liebesspuren -
damit Gewalt erhofftem Frieden wiche.
Ein Selbstbetrug. Naiv mir hingebogen
zu einem Traumgeflecht, uns brach gewogen.
Pech (54/79)
Mein Existieren? Nun, Belang
verdient es, hat es bisher keinen.
Es ist Primatenschicksal, Beutegang
an gängigen Sozialdruck-Leinen.
War immer Knecht von Außenzwängen,
von Herkunft und von Wirtschaftsmacht,
war ewig aufgerieben zwischen Rängen,
errichtet von der deutschen Geld-Andacht.
Ist niemand schuld an der Misere.
Ich hab sie, Pech, nun mal begriffen:
Das ganze Dasein ohne Schwere
von Darwin-Farce und Heilands-Kniffen.
Ein Ausweg (54/80)
In manchen Stunden kann ich’s deutlich sagen,
in andern freilich krieg ich’s kaum zusammen.
Ich rede hier von Daseinskraken,
die unbewusst uns schrammen.
Von überspielten Massen-Einsamkeiten,
von Selbstbetrugszwang und von Illusionen,
vom Druck, sich selber zu vermeiden
und Zielen, die nicht lohnen.
Ich habe all das rausgefunden,
weil es mir oft ist widerfahren:
Wir sind wohl alle stark daran gebunden.
Ob wir uns Denken oder Stumpfsinn paaren.
Mich hab ich so im Takt gehalten,
dass ich es in Gedichte presste,
was sich mir auftat an Systemgewalten
und was sie, kaum erfahrbar, machtklug mäste.
Entgrenzungsknute (54/81)
Die Zeit, für alle Werte offen,
hat deshalb keinen Abstand mehr zu sich.
Man ist zugleich apathisch und betroffen.
Behelfshysterisiertes Ich.
Flexibel, optimistisch, seicht.
Dem innren Team als update hingegeben.
Und, human capital, global geeicht,
sich dinglich zu erleben.
Die Lebensführung wird Betrieb.
Das Selbst ein Mikrokosmos einer Welt,
die, unterworfen rationalem Trieb,
um Sinn und Halt es prellt.
Orientierungslos und kulturell befangen,
ergibt man sich den Zeitgeistniederungen:
Narzisstisch cool den Medienzangen.
Systemkonform sich selbst gedungen.